Der Deutsch Stichelhaar ist ohne Frage die älteste deutsche rauhhaarige Vorstehhundrasse. Stichelhaarige oder „straufhaarige“ Hühnerhunde (Vorstehhunde) findet man bereits auf den Holzschnitten Jost Ammans, auf Kupferstichen Riedingers und auf Bildern späterer Meister. D.h.,
dass diese Art von Hunden bereits seit 1539 vorhanden ist. Führende Kynologen ihrer Zeit schlossen sich im Jahr 1882 der These Ludwig Beckmanns,
dass es sich bei dem stichelhaarigen oder straufhaarigen Vorstehhund um eine klimatische bedingte Varietät des kurzhaarigen Hundes handle, an.
Ein früher Anhänger der stichelhaarigen Hunde, Dr. Hanns von Kadich, betrieb jedoch weiterhin Forschungen und Untersuchungen und bewies damit folgendes: Der stichelhaarige deutsche Vorstehhund ist die rauhhaarige Form des deutschen Hühnerhundes (Vorstehhundes), jedoch keineswegs eine klimatische Varietät des kurzhaarigen. Diesem Ergebnis schlossen sich am 12 Mai 1888 alle führenden Kynologen an. Im Jahr 1892 wurde dann der „Klub Stichelhaar“ gegründet. Der Verein hat sich von Beginn an der Reinzucht verschrieben. Das heißt,
dass der Einkreuzung von englischen Rassen, meist Pointer, die damals – Ende neunzehntes Jahrhundert – groß in Mode war, strikt abgelehnt wurde. In früheren Zeiten wurden die stichelhaarigen Vorstehhunde gern von den Förstern in den großen Waldgebieten geführt. Man nennt unsere Hunde nicht ohne Grund den „alten Försterhund“. Die Stichelhaarigen waren damals besonders beliebt wegen ihrer Zuverlässigkeit und auch wegen der Anlage zur Mannschärfe, die in der damaligen Zeit fast eine Lebensversicherung für die Förster war. Die Hauptverbreitungsgebiete der stichelhaarigen Hunde waren: Böhmen Mähren Österreich Brandenburg Hessen In der Zucht der stichelhaarigen Hunde gab es auch Rückschläge zu verzeichnen. So gingen, nachdem die „Drahthaarbewegung“ ins Leben gerufen worden war sehr viele der besten „Deutsch Stichelhaar“ in der Drahthaarzucht auf. Auch viele der Züchter unserer Hunde wanderten ins Drahthaarlager ab. Durch den Krieg, die Besetzung und letztendlich die Teilung Deutschlands kam es zu großen Verlusten. In Ostfriesland fanden sich dann Freunde unserer Rasse zusammen und unternahmen alle Anstrengungen zur Rettung der stichelhaarigen Vorstehhunde. Aus heutiger Sicht
muss man sagen: mit Erfolg; denn der heutige Bestand an Hunden zeigt die für unsere Rasse so charakteristischen Merkmale: Ruhiges, ausgeglichenes Wesen Jagdpassion Leichtführigkeit Wild- und Raubwildschärfe Wachsamkeit in hohem Maße. Diesen Eigenschaften galt auch immer das besondere Augenmerk in unserer Zucht. Die Nerven unserer Hunde sind intakt und sichern ihm die Ruhe, die unsere Hunde im Umgang so sympathisch macht. Man sollte diese Ruhe jedoch nicht mit Phlegma verwechseln, sondern sie ermöglicht den Hunden ihrer Arbeit mit äußerster Beharrlichkeit nachzugehen. Die Jagdverhältnisse in Deutschland erfordern einen großen, kräftigen Jagdhund, der nicht nur nach langer Hetze einen Fuchs abtun kann, sondern ihn auch noch kilometerweit über Gräben und Wälle seinem Herrn zuträgt.
Wir züchten Sie noch, die großen, kräftigen Gebrauchshunde, die einen langen Jagdtag unter härtesten Bedingungen durchstehen.